19.05.2026
59 Perlen an einer Schnurr
Schon vor langer Zeit, nämlich im Jahre 1858, erschien die Gottesmutter Maria der späteren Ordensschwester Bernadette Soubirous in der Grotte bei Lourdes. Ebenso sahen die drei Kinder in Fatima im Jahre 1917 die Erscheinungen Marias. Die beiden Orte sind wohl neben vielen anderen Wallfahrtsstätten die bedeutendsten in Europa, vielleicht sogar weltweit. Die katholische Kirche verknüpft immer wieder mit dem Besuch von Lourdes und Fatima, aber auch mit dem jeder anderen Stätte der Marienverehrung die Bitte, das Rosenkanzgebet zu pflegen.
Doch man muss gar nicht so weit reisen, denn auch in unserem regionalen Umfeld gibt es viele Plätze der besonderen Marienverehrung wie Marienstatt, Schönstatt, Bornhofen oder Wirzenborn.
Darüber hinaus bilden sich auch heute noch immer wieder kleine Gruppen, die den Rosenkranz an „unspektakulären“ Orten beten, zwei solcher befinden sich zum Beispiel in Hachenburg und Marienstatt in unserer Pfarrei.
Die Hachenburger Gruppe trifft sich donnerstags um 16.30 Uhr im Pfarrhof, um speziell den Rosenkranz für geistliche Berufe zu beten. Diese Gruppe besteht schon viele Jahre. Eine feste Besetzung hat sich im Laufe der Jahre herausgebildet. Obwohl manchmal Personen neu zu der Gruppe hinzukommen, könnte die Zahl dennoch größer sein. Für eine Beteiligung weiterer Personen ist die Gruppe aufgeschlossen, offen und zugänglich. In erkennbaren Ansätzen ist in der Gruppe sogar ein Gemeinschaftsgefühl entstanden, man spricht zum Beispiel, wenn man sich in der Stadt begegnet, kurz miteinander. Manchmal wird man zu Kaffee und Kuchen oder zum Eisessen von einer Familie eingeladen.
59 Perlen an einer Kette und ein kleines Kreuz, so ist jeder Rosenkranz aufgebaut. In der Kirche hält man an dem Brauch fest, vor allem im Mai und im Oktober den Rosenkranz zu beten. Die Bezeichnung „Rosenkranz“ passt zur Muttergottes. Über sie gibt es viele Blumenlegenden. Denken wir in diesem Zusammenhang an die Gründung des Klosters Marienstatt. Auch im Adventslied „Maria durch den Dornwald ging“ werden Rosen besungen.
Die Vorbeterin, jeweils eine in Hachenburg und eine in Marienstatt, und die Gruppe wechseln sich rhythmisch beim Sprechen ab. Die regelmäßig wiederkehrenden Gebete des Vaterunsers, des Ave Maria und die jedes Gesätz abschließende Bitte um Vergebung der Sünden bilden das Kerngerüst des Rosenkranzes. Letztere Bitte stammt übrigens aus der Fatima – Überlieferung. Die häufige Wiederholung der Gebete führt zu innerer Konzentration und Eindringlichkeit. Egal, ob die biblischen Bezüge und „Geheimnisse“ einen in der Namensgebung so bezeichneten glorreichen, schmerzhaften oder anderen inhaltlichen Schwerpunkt haben. Der Rosenkranz ist ein meditatives Gebet, sowohl in unserer Pfarrei als auch in einem regionalen oder weit entfernten berühmten Ort.
Günter Hummes