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© Rudi Grabowski
© PixabayEinzug in Jerusalem Nürnberg Sebaldus-Kirche
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Pfarrer Winfried Roth schreibt zum Palmsonntag am 5. April 2020

DIE ZWEIGLEIN DER GOTTSELIGKEIT STECKT AUF MIT ANDACHT LUST UND FREUD

So singen wir es gerne in der Adventszeit, wobei das Aufstecken der Palmzweige ein sehr viel älteres Brauchtum ist.

Der Vers stammt aus dem bekannten Lied: Macht hoch die Tür (4. Strophe) und erinnert die Gläubigen daran, die Türen des Herzens zu öffnen, damit ER, auf dessen Kommen wir warten, eintreten kann. Macht hoch die Tür in einer Zeit in der wir aufgefordert sind uns zum Wohle aller einzuschließen, dicht zu machen und doch offen zu bleiben, die Zeit sinnvoll für uns und füreinander  zu gestalten, auch offen zu bleiben auf ihn hin.

Vielleicht kommen wir seiner Bedeutung noch etwas näher, wenn wir bedenken, dass dieses Lied im 30 jährigen Krieg verfasst wurde. Im Angesicht von Leid und Tod, in der Auseinandersetzung mit tödlichen Epidemien – vor Allem der Pest – im täglichen Kampf ums Überleben. Und immer stand die Frage im Raum, wie es weitergehen wird. Die Frage kennen wir. Auf einmal rückt sie uns auf den Leib. Sicher ist die Bedrohung nicht vergleichbar mit der in der Pest. Doch wir spüren alle, wie sehr wir der Bedrohung von außen ausgeliefert sind.

Wenn wir nun an Palmsonntag die Zweige segnen und die Gläubigen sie mit nach Hause nehmen und hinter ihr Kruzifix stecken, mögen sie uns erinnern an das, was die Menschen in diesen bedrohten Zeiten machten: nicht aufzustecken, aufzugeben, sondern zu überlegen, wie wir wieder auf einen grünen Zweig kommen. Annehmen müssen wir die Situation, in die Hand nehmen wie den Zweig und schauen, wie wir das Kreuz, das über dieser Zeit liegt gestalten können. Im Schaffen von Gemeinschaft, wie es die Zeit zulässt über die Medien, Briefe, Anrufe…

Nein, es ist lange nicht alles im grünen Bereich. Menschen sind verunsichert, wir brauchen Hoffnung. Eine solche, wie sie in einem kleinen Zweig steckt. Abgebrochen wurde er, seiner Wurzel beraubt und bleibt dennoch grün, voller Leben. Abgebrochen wurde vieles in den letzten Tagen, an Begegnungen, die uns so selbstverständlich erschienen. Der Wurzel beraubt, worauf wir so oft gebaut haben, aus dem heraus wir gelebt haben. Deswegen haben Christen schon immer  die Gewissheit gehabt, dass auf jeden Karfreitag der Ostermorgen folgt. Der kleine Zweig ein besonderes Symbol, das Leid und Tod nicht das letzte Wort haben.

Wenn wir die grünen Zweige hinter die Kreuze stecken, erinnern sie uns an den Einzug Jesu in Jerusalem, der mit Zweigen (damals Palmen) begrüßt wurde. Menschen wollten ihn in ihrer Mitte haben. So dürfen wir uns auch heute daran erinnern, dass er bei uns ist. Auch in diesen schweren Zeiten bei uns Einzug gehalten hat und geben unserem Glauben Ausdruck, wir haben ihn in unserer Mitte.

Manchesmal wird in die Zweige noch etwas Zusätzliches eingebunden, Weidenkätzchen o.ä. So dürfen wir uns selbst einbinden lassen in die Hoffnung derer, die Jesus erwartet haben, die Hoffnung derer, die in vielen Krisenzeiten in der Weltgeschichte auf ihn vertraut haben, in die Hoffnung von uns allen, dass er uns nicht alleine lässt und in seinem Geist in Vielen gegenwärtig ist, diese Zeit zu bestehen.

 Herzlich lade ich Sie ein am Sonntag am Sonntag einen Zweig aus der Kirche mit nach Hause zu nehmen. Zweiglein der Gottseligkeit.

Dort finden Sie auch noch Textblätter mit Gebeten und Gedanken für diese Tage.

Ihr Pfarrer Winfried Roth

Pfarrer Winfried Roth schreibt am 31. März 2020

DIE HOFFNUNG GEHÖRT AN DIE GROSSE GLOCKE

Es ist keine Frage, liebe Gemeinde-Mitglieder. Die Corona Krise bestimmt massiv unser Leben. Wir bekommen zu spüren, wie sonst kaum einmal, wir haben unser Leben nicht bis  ins Letzte im Griff.  Uns werden Grenzen gesetzt, die weltweit Konsequenzen haben. Viele belastet diese Situation. Gerade ältere Menschen, denke ich, sind davon besonders betroffen. Vieles, was uns selbstverständlich war, wird uns in diesen Tagen genommen. Es berührt mich sehr, wenn Menschen mir auch erzählen, wie sehr ihnen, neben vielen lieben Gewohnheiten und Begegnungen, auch unsere Gottesdienste fehlen.

Es ist mir ein großes Anliegen, dass wir bei allen Befürchtungen und Ängsten, die uns begleiten, unsere Hoffnung nicht verlieren.

Gerade in diesen Tagen stellen Viele die Frage nach Gott.  Die für uns Menschen unbeantwortbare Frage, warum er dies zulässt. Nein, wir wissen es nicht. Das Eine aber dürfen wir glauben, gerade angesichts der Karwoche, die vor uns liegt und uns die Passion von Jesus Christus neu in Erinnerung ruft. Gott lässt die Menschen nicht allein. Auch und  gerade in der Not ist er bei uns. Entzieht uns nie seine Liebe.

Deswegen werden wir uns in allen Kirchorten an dem bistumsweiten Glockenläuten beteiligen, nachdem nun technische  Schwierigkeiten aus dem Weg geräumt wurden, bzw. Organisatorisches geklärt wurde.

Aber allemal wird es weiter darum gehen: Techniken zu entwickeln, wie wir auf diese Herausforderung reagieren können, sich so zu organisieren, dass wir die Situation ernst nehmen, uns ihr aber nicht einfach ausliefern, sondern versuchen, soweit es uns möglich ist, sie zu gestalten.

Dazu gehört sicherlich zunächst einmal der respektvolle Umgang mit der eigenen Gesundheit, sowie auch der unserer Mitmenschen. Abstand halten, weil wir uns nahe stehen. Auf Distanz gehen, weil wir zusammen gehören. Immer also das Erkennen dessen, was die Stunde geschlagen hat.

Dazu gehört auch das, was uns als Christen auszeichnet. Das Gebet. Das Gebet, das Verbundenheit schenkt, das uns auch in diesen schweren Zeiten hoffen lässt, nicht ganz und gar von Gott verlassen zu sein.

Deswegen lade ich Sie ein, zu diesen Zeiten, besonders wenn um 19.30 Uhr die Glocken läuten, zu einer großen Gebets Gemeinschaft zu werden. Vielleicht in dem Sie im Kreis der Familie oder auch alleine eine Andacht aus dem Gotteslob beten oder auch das Gebet unseres Bischofs sprechen oder auch die Andacht beten, die das Refugium in Hofheim entwickelt hat.

Halten wir so als Betende die Hoffnung hoch. Sie gehört an die große Glocke.

Auch für vor uns liegenden Tage, Palmsonntag bis Ostern, werden wir Formen zur Gestaltung finden. Ich werde Sie regelmäßig darüber informieren.

Ich versichere Ihnen meine Gebete und die unseres ganzen Teams.

Teilen Sie uns Ihre Verbundenheit über diese E-Mail-Adresse mit:

w.roth@bistumhachenburg.bistumlimburglimburg.de

Ihr Pfarrer Winfried Roth

© Pixabay Rudi Grabowski
© Pixabay Rudi Grabowski

 

Pfarrer Winfried Roth schreibt am  25. März 2020

OFFENHEIT IN EINER GESCHLOSSENEN GESELLSCHAFT

Gasthäuser zu. Friseure zu. Fußpflege zu. ...Ein Geschäft nach dem anderen wird geschlossen.
Mehr und mehr werden wir zu einer geschlossenen Gesellschaft. Ein kleines Virus legt Großes lahm.
Umso mehr braucht es Offenheit für die Anliegen einer Zeit, die Bedürfnisse meines Nachbarn, den Respekt im Umgang miteinander, Offenheit auch für meine Befindlichkeit, meine Bedürfnisse, meine Nöte und Hoffnungen.
Wenn eine Zeit auch viele Möglichkeiten verschließt in Kontakt zu treten, stehen uns dennoch andere Möglichkeiten offen.
Das Internet kann werden, was es im Namen trägt: Netz zwischen den Menschen.
So lade wir Sie ein, sich zu öffnen und uns zu schicken was Sie bewegt. Zum Beispiel einen persönlichen Text, Gebete oder Fürbitten , um uns gegenseitig unsere Sorgen, Hoffnungen, Ängste mitzuteilen. Teilen schenkt Verbundenheit.

Pfarrer Winfried Roth

 Teilen Sie uns Ihre Verbundenheit über diese E-Mail-Adresse mit:

w.roth@bistumhachenburg.bistumlimburglimburg.de
 

© Pixabay Rudi Grabowski
© Pixabay Rudi Grabowski

Gudrun Noll schreibt am 31. März 2020

Danke Winnie! 
Dieses wort kann man nie genug aussprechen.
Ich danke Dir, daß Du für mich auch in dieser Zeit erreichbar bist.
Von Herzen wünsche ich Dir und Deinen Angehörigen: " Bleibt gesund !"
Gudrun Noll

Melanie Kämpf schreibt am 29. März 2020

Hallo Winfried, 
ich habe in diesen Tagen öfter ein kleines Buch in der Hand gehabt - man hat ja viel Zeit zum Lesen im Moment...
Das Buch hat den Titel "Eigentlich ist Ostern ganz anders" von der Autorin Andrea Schwarz.  
An einem Gebet bin ich "hängen geblieben" und ich finde, dass es auch gut in diese schwierige Zeit passt:
 

du
bist dabei

ja
ich habe angst
 
und ich fühl mich
gott verlassen
 
und
da sind die Tränen
 
und da ist
die Angst
 
und da bleibt
einsamkeit
 
und ich würde gerne
wissen
 
und muss doch
aushalten
 
gehen
schritt für schritt
 
die vorläufigkeit
leben
 
das ziel
nicht sehen
 
mich hingeben
an das leben
 
im vertrauen
du
 
bist
dabei
  
Viele Grüße,
Melanie Kämpf

Doris Nolden schreibt am 29. März 2020

Hallo Winni,
wenn Du möchtest, kannst Du meinen Text gerne auf die Homepage in das Forum Texte, Gebete, Gedanken... setzen.
LG Doris

Arche Noah 2020

Niemand konnte die Maße der Arche vorausberechnen.

Doch als die Flut zu steigen begann,

zogen wir uns ins ungeplante Innere zurück.

 

Die Türe schloss sich,

und es wurde still… fast gespenstisch still.

Nur die Kinder und die,

die der Verstand schon verlassen hatte,

lachten noch und sahen es als Spiel.

 

Im Innern der Arche saßen die Menschen

auf Sicherheitsabstand und Mundschutz.

Wer weiß denn schon,

ob Du nicht auch den Feind in Dir trägst?

 

Das Wasser hob die Arche hoch,

die steigenden Zahlenwellen schlugen hart an die Bordwand.

Die Gedanken der Menschen zogen mit der knappen Atemluft

durch die dunkle Arche.

„Angst“ hießen sie und „wie lange noch?“ und „warum?“

und „Ich auch?“ und „Der Tod“ und „Wer hat Schuld daran?“

 

Das Unbekannte, das über die Welt hereingebrochen war,

warf alle vermeintlichen Sicherheiten über Bord –

und ließ verunsicherte und entmächtigte Menschen zurück.

Wohl dem, der nicht seekrank wurde.

Wohl dem, der auf den schwankenden Planken

einen neuen Weg zu Gott entdeckte.

„Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu Dir…“

 

Noah sitzt am verschlossenen Fenster und wartet –

in seiner Nähe die Taube,

die unruhig gurrend auf der Stelle tippelt.

Es ist noch zu früh, Noah, scheint sie zu sagen.

Kein Land in Sicht.

Die Arche erklimmt Wellenberge

und stürzt in Wellentäler.

Die Menschen klammern sich an jede Hoffnungsmeldung

und erschrecken täglich zu Tode bei jeder neuen Fallstatistik.

 

Aber es ist nicht alles still in der Arche.

Ein feines Netz von kleinen Gesten spinnt sich im Innern…

berührt… stiftet an… setzt Phantasie frei…

Gott mischt sich ein und haucht Seinen Geist in die dunkle Angst.

Und in dem feinen Netz nisten sich neue (oder alte) Begriffe ein:

Wesentliches… Liebe… Zusammenhalt… Werte… Geben… Wir statt Ich.

 

Niemand weiß, wann das giftige Wasser wieder sinken wird.

Es ist eine Zeit des Aushaltens und Betens…

Eine Zeit, unser Menschsein auf dieser Erde neu zu definieren…

Eine Zeit des Wartens und Reifens.

 

Und Noah sitzt am Fenster,

wartet auf ein Wort von Gott

und träumt davon,

dass er das Fenster öffnen wird

und die Taube

mit dem Ölzweig der Erlösung zurückkehrt.

 

Doris Nolden (29. März 2020)

Cornelia Hardieß schreibt am 25. März 2020

Hallo Winfried,
eine schöne Idee, Gedanken, Gebete… zu sammeln. Anbei sende ich Dir, was ich auf der Seite des Bistums Münster (https://www.bistum-muenster.de/seelsorge_corona/gebetsvorschlaege_und_geistliche_impulse/ ) gesehen habe und das mir sehr gut gefällt.
Liebe Grüße
Cornelia