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Ökumenische Überraschungseier in Hachenburg

Ökumenische Überraschungseier in Hachenburg
Ökumenische Überraschungseier in Hachenburg
© Rudi Grabowski
© Internet
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Rückschau auf den ökumenischen Gottesdienst in unserer Pfarrkirche Maria Himmelfahrt 

Das „Überraschungsei" war Thema des ökumenischen Gottesdienstes, der am Samstag, 15. Oktober 2021, um 18.00 Uhr, im Rahmen des 3. Ökumenischen Kirchtages stattfand. Die Pfarrer Benjamin Schiwietz und Winfried Roth leiteten den Gottesdienst, der sehr gut besucht war. Tobias Schmidt an der Orgel hat ihn mit einigen Liedern, die in allen ökumenischen Gottesdiensten unseres Bistums gesungen wurden, musikalisch sehr schön gestaltet. Am Schluss des Gottesdienstes haben alle Besucher zur sättigenden Vertiefung der Gedanken ein Überraschungsei geschenkt bekommen.
Rudi Grabowski

Spannung, Spiel und Schokolade

So preist die Werbung das Kinder joy oder, wie man früher sagte: das Überraschungsei, an.

Was Spannendes, was zum Spielen und Schokolade. Gerne rappelt man damit schon mal ein bisschen am Ohr. Aber mehr als feststellen, ob da überhaupt was drin ist, kann man nicht. Man muss es schon in die Hand nehmen, es aufmachen, man muss schon hinschauen  und es gegeben Falls auch noch zusammenbauen.

Schaut hin: Dazu lädt uns das Motto des ökumenischen Kirchentages in diesem Jahr hin. Leider in sehr eingeschränktem Maße. Corona hat uns in der Hand und damit manches aus der Hand genommen. Dennoch wollen wir das in diesem Gottesdienst tun. Das Schoko Ei in die Hand nehmen, schauen, hinschauen, was sich dahinter verbirgt und uns auch gleichzeitig fragen, was uns denn diese Zeit, in der wir uns befinden, für ein Ei ins Nest gelegt hat. Die Zeit mit Corona, mit so mancher Krise in unserer Kirche und dennoch Hoffnung, die uns begleitet. Ich muss das Ei schon öffnen, wenn ich hinschauen will, entdecken will, was sich mir darbietet. Das was neugestaltet werden will.

Spannung verheißt das Ei. Was sich wohl dahinter verbirgt? Etwas, was wirklich Spaß macht oder Spaß schenkt, oder irgendwelcher Nippes. Wenn ich es geöffnet habe, eröffnet es mir tatsächlich etwas, was Freude schenkt? Hab ich etwas anderes erwartet?

Spannend die Zeit in der wir uns befinden. Was öffnet, eröffnet sich, wenn wir uns mit Kirche auseinandersetzen? Sicher schöne Familienfeiern.  Sicher auch: Da hab ich was anderes erwartet. Nicht das Gelbe vom Ei, Eiertänze, wenn es Veröffentlichungen geht. Früher hast du dir da nicht viele Gedanken gemacht. War halt so, wie es war. Heute sind Menschen kritischer. Heute ist es kritischer zu sehen, in viele Krisen Kirche da hineintrudelt.

Spannung hat immer etwas Doppeltes: wir lesen lieber ein spannendes Buch als ein langweiliges. Sehen lieber spannende Filme als langweilige. Spannung fasziniert. Fesselt.

Spannung fordert uns. Es ist anstrengend in spannungsgeladener Atmosphäre zu leben. Es ist schwer ständig angespannt und eingespannt zu sein. Spannung stellt uns auf eine Zerreißprobe. Wie gut tut da Entspannung. Auf der faulen Haut liegen.

Es ist schon spannend sich das einmal genau anzuschauen. Schau hin. Schauen wir hin. Da geht es nicht wie das „schau mer mal“ von Beckenbauer. So ein: ich will mich damit jetzt nicht auseinandersetzen, wird schon irgendwie werden. Soll sich ein anderer drum kümmern. Da geht es um aktives Sehen, erkennen. Einsehen und durchblicken. Auch wenn man Verspannungen wahrnimmt. Realisiert wie angespannt die Verhältnisse sind.

Was zum Spielen.

Zum Bauen. Wie den Eingangsbereich der Kirche. Der wartet darauf, dass er neu gestaltet wird. Damit man leichter Zugang zur Kirche findet. Keine Gefahr besteht, einzubrechen.

Kreativ sein. Zusammenfügen, was zusammen gehört. Einem bestimmten Bauplan folgen. Oder einfach nur in die Ecke Stellen. Rumstehchen. Ich muss bereit sein, es in die Hand zu nehmen. Behandeln. Stehen lassen, wenn sich nichts mehr bewegt. Das Eingestaubte sich selbst überlassen. Sich dann und wann noch einmal wehmütig erinnern. Etwas sein lassen können. Den Mut haben sich zu trennen. Was wird mir geschenkt, was genommen?

Bei unserem Unternehmen Kirche zu sein, kann es natürlich keinen vorgegeben Bauplan geben. Kirche aus der Konserve geht nicht. Deshalb ist es sehr wichtig hinzuschauen, was an „Material“ vorgegeben ist. Welche Menschen, Charismen, Charaktere sind unter uns. Wie gelingt es, sie einzubinden, zusammenzustellen für ein größeres ganzes? Was liegt in der Luft, was verlangt uns diese Zeit ab? Wer nicht schaut, übersieht manche Möglichkeit zur Gestaltung.

Und was Süßes:

Da kommt so schnell keiner vorbei. Leben besteht nach dem Verlangen, es versüßt zu bekommen. Geschmack daran zu finden. Das Ei des Kolumbus werden wir selten haben. Trotz allem liegt eine große Verheißung drin. Wir haben eine Botschaft, die verheißt, Wesentliches zum Leben beizutragen.

Der Inhalt des Eies wird umhüllt von der Schokolade. In sie hineingenommen. Leben ist hineingenommen in die große Verheißung Gottes in ihm und seiner Liebe geborgen zu sein.

Aus dieser heraus sind wir eingeladen zu gestalten, aufzubauen und auch auszuprobieren. Da steckt Verheißung drin. Joy. Freude. Freude in Fülle!

Pfarrer Winfried Roth

            

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